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Todesfall und Finanzamt

Wegen der vielfältigen Steuerbestimmungen empfiehlt es sich, bei einem Todesfall einen Steuerberater hinzuzuziehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der oder die Verstorbene einen Gewerbebetrieb geführt hat oder ein größeres Vermögen hinterlässt. Es würde den Rahmen dieses Informationsblattes sprengen, auf alle Bestimmungen einzugehen. Darum behandeln wir nur die Punkte, die bei Lohnsteuer, Einkommenssteuer und Erbschaftssteuer von besonderer Wichtigkeit sind.

Lohn- und Einkommenssteuer bei Alleinstehenden

Mit dem Tod endet für den Erblasser auch die Einkommen- bzw. Lohnsteuerpflicht. Die Angehörigen können sofort, also vor Jahresende, die Einkommenssteuerveranlagung beantragen. Ein vorzeitiger Antrag ist meist nur sinnvoll, wenn der Verstorbene im Todesjahr alleinstehend war und nur lohnsteuerpflichtige Einnahmen erzielte. Dieses Gesuch kann vom Tag nach dem Tod bis zum Ende des zweiten auf das Todesjahr folgenden Kalenderjahres gestellt werden. Dabei sind die vorgeschriebenen Antragsformulare zu benutzen, ersatzweise auch Formulare des Vorjahres. Benötigte Antragsunterlagen: Sterbeurkunde, Lohnsteuerkarte des Verstorbenen und Personalausweis des Antragstellers, Nachweis der Erbberechtigung.

Steuer bei Verheirateten

War der Verstorbene verheiratet, ist ein vorzeitiger Antrag selten empfehlenswert. Für einen vorzeitigen Antrag wäre eine getrennte Veranlagung der Ehepartner notwendig. Diese ist aber meist ungünstiger als die gemeinsame Veranlagung nach dem Splittingtarif. Die gemeinsame Veranlagung wirkt vor allem dann steuerersparend, wenn nur einer der Ehegatten im Todesjahr über Einkommen verfügte. Zweckmäßig ist ein vorzeitiger Antrag mit getrennter Veranlagung nur für Eheleute, die beide verdienen und ein etwa gleiches Einkommen haben. Sind beide Ehepartner im selben Kalenderjahr verstorben, sollten die Erben die gemeinsame Veranlagung sofort beantragen. Dies gilt auch dann, wenn die Ehe erst im Laufe des Jahres geschlossen wurde.

Steuer bei Geschiedenen

Wenn die Ehe des Verstorbenen im Todesjahr geschieden wurde, ist eine gemeinsame Veranlagung möglich. Voraussetzung dafür ist allerdings das schriftliche Einverständnis des geschiedenen Ehepartners. Stimmt der Ehepartner nicht zu oder hat er im Laufe des Jahres wieder geheiratet, erfolgt eine getrennte Veranlagung.

Außergewöhnliche Belastungen

Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören sowohl Bestattungskosten als auch Schulden des Verstorbenen. Soweit diese höher sind, als der Wert des Nachlasses sowie der Zahlungen aus Sterbegeld- und Lebensversicherungen kann dieser Differenzbetrag von den Erben steuerlich abgesetzt werden. In diesem Fall gelten sie als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 des Einkommenssteuergesetztes.

Folgende Kosten werden berücksichtigt:

  • Aufwendungen für Überführung
  • die Bestattung
  • die übliche Trauerfeier, ohne Bewirtungskosten
  • das angemessene Grabmahl
  • Krankheitskosten werden berücksichtigt, sofern sie nicht durch eine Krankenversicherung abgedeckt oder nicht bereits in der Steuererklärung des Verstorbenen berücksichtigt worden sind.

Die Anschaffung von Trauerkleidung gehört nicht zu den außergewöhnlichen Belastungen.

 

Zumutbare Eigenbelastung

Das Finanzamt erkennt nur die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen an, welche die sogenannte zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Wie hoch die zumutbare Eigenbelastung ist, hängt vom Jahreseinkommen und Familienstand des Steuerpflichtigen ab. Als Jahreseinkommen gelten dabei die gesamten Einkünfte des Steuerpflichtigen und gegebenenfalls seines Ehegatten ohne Arbeitnehmerfreibetrag, Werbungskosten, Steuerfreibetrag bei Versorgungsbezügen. Nicht abgezogen werden Sonderausgaben sowie Freibeträge für Körperbehinderte, Flüchtlinge und andere außergewöhnliche Belastungen.

Erbschaftssteuer

Jedes Vermögen eines Verstorbenen, das auf einen anderen übergeht, unterliegt der Erbschaftssteuer. Dies betrifft nicht nur das normale Erbe, sondern auch das Vermächtnis und den beanspruchten Pflichtteil. Besteuert wird dabei nur die tatsächliche Bereicherung – also Nachlasswert abzüglich Nachlassverbindlichkeiten. Für die Kosten der Bestattung, des Grabmals und aller damit zusammenhängenden Nebenkosten können in diesem Zusammenhang pauschal € 10.300,-* ohne Nachweis abgezogen werden. Das Finanzamt fordert die Erben zur Abgabe einer Erbschaftssteuererklärung auf. Zu diesem Zeitpunkt kennt es die Vermögensverhältnisse des Erblassers schon recht gut – durch das Standesamt ist es über den Todesfall informiert, durch Nachlassgerichte, Notare, Banken und Versicherungen über den Wert der Erbschaft.

Die Höhe der Erbschaftssteuer

Der Steuersatz richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad und der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs. Je größer der Wert, je entfernter der Verwandtschaftsgrad, um so höher fällt die Erbschaftssteuer aus. Der Steuersatz reicht von 7 % bis zu 50 %.

Freibeträge

Nach dem Verwandtschaftsgrad werden drei Erbschaftssteuerklassen mit unterschiedlichen Steuerfreibeträgen unterschieden. Jeder Erbe versteuert nur den Erwerb, der über den Freibetrag seiner Steuerklasse hinausgeht. Die Erbschaftssteuer entfällt oft komplett. Nur der Erbschaftswert über den Freibeträgen ist zu versteuern. Daneben gibt es einen Versorgungsfreibetrag für Ehegatten und Kinder, der bei Schenkungen nicht gilt. Der Steuersatz kann von 7% bis 50% reichen. Der Freibetrag für Zuwendungen, die ein angemessenes Entgeld für gewährte Pflege oder Unterhaltsleistungen darstellen, wurde auf € 5.200,- erhöht.

Schenkungen

Auch Schenkungen zu Lebzeiten werden nach den gleichen Regeln versteuert. Allerdings kommen für die einzelnen Schenkungen nur dann die persönlichen Freibeträge zur Anwendung, wenn die Schenkungen mehr als 10 Jahre auseinander liegen. Der Versorgungsfreibetrag gilt nicht bei Schenkungen.

Bausparverträge und vermögenswirksame Leistungen

Beim Bausparen und beim Sparen nach dem Vermögensbildungsgesetz wird das Geld über einen bestimmten Zeitraum festgelegt. In dieser Zeit kann der Sparer nicht frei über das entsprechende Konto verfügen, ohne dass er die Prämie oder die Arbeitnehmersparzulage verliert und an das Finanzamt zurückzahlen muss. Hierzu gibt es Ausnahmen: Ein Ausnahmefall ist der Tod des Sparers oder seines Ehegatten. Die Hinterbliebenen können sich den Betrag vorzeitig auszahlen lassen oder an eine andere Person abtreten. Bei Bausparverträgen ist die vorzeitige Auszahlung sogar für die gesamte Vertragssumme möglich. In keinem Fall sind Prämien an das Finanzamt zurückzuzahlen. Wie der übrige Nachlass, so fallen auch Erwerbe aus solchen Verträgen unter die Erbschaftssteuer.